Station 4 | Zweifeln!


Der Stern am Horizont ist noch nicht zu sehen. Es ist ja auch noch heller Tag und die Sonne brennt heiß auf Malikas Kopftuch. Der Wind pustet immer wieder Sand in ihr Gesicht. Zum Schutz hat Malika sich das Tuchende um das Gesicht gewickelt und kneift die Augen zusammen . Auch Kamil blinzelt und hält so mit seinen langen Wimpern den Sand aus den Augen. 

Statt des Sterns ist am Horizont aber schon seit einiger Zeit ein dunkler Schatten zu sehen. „Das ist Jerusalem“, hatte Malikas Vater seiner Tochter am Morgen erklärt. „Je näher wir der Stadt kommen, desto deutlicher wirst du sie sehen können. Ich bin gespannt, wie dir die Stadt gefällt!“.
Kamil läuft heute in einem gemächlichen Tempo. Er schaukelt Malika hin und her. Her und hin. Malika muss eingeschlafen sein, denn als sie von Kamils Schnauben geweckt wird, wird es schon beinahe dunkel. Der Schatten am Horizont ist zu einer Stadt geworden: die Stadtmauer ist zu sehen und die Türme des königlichen Palastes . Genau über dem Palast scheint der Stern zu stehen: er leuchtet hell und klar und sein Schweif reicht beinahe bis an die Spitzen der Palasttürme herunter.
Einige Zeit später erreicht die Karawane das Stadttor. Malika hört, wie Hakim und die Kammerdiener der Könige darum bitten, für die Nacht herein kommen zu dürfen. Schließlich kann die Karawane das Tor passieren. Die Karawane wird durch enge Gassen geführt und kommt schließlich am Eingang eines Hofes zum Stehen. Malikas Vater ruft die Kameltreiber herbei und zeigt, wo die Tiere angebunden und wie die Lasten verladen werden sollen.
Daoud befiehlt Kamil, sich zu legen und hilft Malika von Kamils Höckern.
In einer Ecke des Hofes wird es plötzlich unruhig. Malika sieht, dass Hakim laut auf die Kammerdiener der Könige Melchior und Balthasar einredet. Schließlich kommen sogar die Könige selbst hinzu. Das sieht spannend aus! Malika krault Kamil am Bauch und flüstert: „Lass uns mal schauen, was dort los ist!“. Sie nimmt Kamils Zugleine in die Hand und führt ihn auf einem Umweg in die Nähe des Brunnens. Neben den Königen steht nun noch ein dritter Mann, der ebenfalls ein sehr wertvolles Gewand trägt. Er spricht ruhig und Malika kann einige Worte aufschnappen, als sie Kamil an der Gruppe vorbei führt: „…sind schon wochenlang unterwegs…gemeinsam zu König Herodes gehen… das Kind ist hier!“. Wer ist denn dieser fremde Herr, der auch aussieht wie ein König? Und warum wollen drei Könige zu einem König gehen, der Herodes heißt? Und warum sprechen sie schon wieder von einem Kind? Ob damit das Leuchtkind gemeint ist? Und was ist mit dem Kind mit dem komischen Namen „Messias“?
„Was machst du denn hier?“, hört Malika Ari fragen. Er steht mit Daoud am Brunnen und scheint die drei Könige genauso spannend zu finden, wie Malika. Das Mädchen lenkt Kamil zum Brunnen: „Ari, was ist „Messias“ eigentlich für ein komischer Name?“ Ari stellt den Schöpfeimer auf dem Brunnenrand ab und nimmt Malika auf den Arm: „“Messias“ ist kein Name, mein Sternchen! „Messias“ bedeutet „der Gesalbte, der König“. Und damit meinen wir den Retter, auf den wir warten und der unser König sein wird. Er wird von Gott geschickt sein. Und dann werden wir keine Angst mehr haben müssen und glücklich sein.“ Malika staunt: „Noch ein König? Hier sind drei Könige, im Palast ist ein König- und dann noch ein König von Gott?“ Ari nickt und Daoud sagt: „Ja, Malika. Komm, wir wollen mit unseren Leuten zum Palast ziehen und uns den neuen König anschauen. Schau: der Stern steht beinahe über dem Palast! Sicher ist der Messias dort.“
Die Gruppe setzt sich in Bewegung. Die Kamele bleiben im Hof der Karawanserei und Malika muss Kamil schnell an einen der Wandringe binden. Kamil tritt aufgeregt auf der Stelle. Er schnaubt und prustet: er möchte mitgehen. „Nein,“ sagt Malika „du musst hier bleiben. Aber ich erzähle dir alles, was ich gesehen habe!“
Kurze Zeit später erreichen die  Könige, Daoud, Malika und ihr Vater und Hakim den Palast an der westlichen Stadtmauer. Malika schaut zu dem hohen Tor hinauf: vor den Toren laufen Wachsoldaten auf und ab und verschränken ihre Lanzen, als sie die Gruppe kommen sehen. Hakim eilt mit Ari voraus, der die Sprache der Soldaten spricht und leise auf ihn einredet. Malika schleicht sich hinter Ari und Hakim. Schließlich will sie wissen, was nun geschieht. Endlich öffnet sich eine Tür im Tor. Die Soldaten senken die Lanzen und lassen die drei Könige und ihr Gefolge passieren. Auch Malika schlüpft mit hinein. Nach endlosen Gängen erreichen sie den Königssaal des Herodes. Hier hinein dürfen nur die drei Könige. Malika merkt, wie gespannt sie sind. König Melchior tritt von einem Fuss auf den anderen. „Wie Kamil, wenn er Angst hat“, denkt Malika. In ihren Händen halten die Könige Geschenke für das neue Königskind. Sie betreten den Raum und die Tür schließt sich hinter ihnen. Für einen Moment kann Malika König Herodes sehen. Dann schließt sich die Tür. Malika dreht sich zu ihrem Vater um, der sie auf den Arm nimmt und ihr die Haare aus dem Gesicht streicht.  Durch eine Öffnung in der Palastmauer sieht Malika den Stern am Himmel. Vielleicht täuscht sie sich, aber es sieht so aus, als wäre der Stern ein kleines Stück weitergewandert. Ob der Palast des Herodes vielleicht gar nicht das Ziel der Reise ist?

 

Textsammlung

 01_Aufbrechen.pdf
     Filesize: 89.2 kB

 02_Freunde finden.pdf
     Filesize: 93.5 kB

 03_Sehnsucht haben.pdf
     Filesize: 88.7 kB

 04_Zweifeln.pdf 
     Filesize: 94.9 kB

 05_Ankommen_Krippenspiel.pdf
     Filesize: 119.2 kB

 

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