Station 3 | Sehnsucht haben!

Kamil stampft auf den trockenen Boden. Er schnaubt und tänzelt. Aber Malika scheint ihn gar nicht wahrzunehmen. Sie sitzt hinter dem Zelttuch im Schatten auf Daouds Schoß und hört Ari und Marjam zu, die die Geschichte vom Wüstenfuchs erzählen. Kamil schnaubt noch einmal. Nichts. Malika hört ihn nicht. „Wenn wir doch schon angekommen wären!“, denkt Kamil und reibt den Höcker an einem Zeltstab. Die Glöckchen klingeln leise. „Dann würde Malika wieder mehr mit mir spielen und erzählen, statt mit Ari, Marjam, Hakim oder Daoud.“. Über den Boden krabbelt ein kleiner Käfer. „Der hat es gut.“, denkt Kamil. „Er ist hier schon am Ziel. Und wir? Warten und laufen und laufen und warten. Pffffff…..“

Malika geht es nicht viel anders als Kamil. Auch sie wünscht sich ans Ziel der Reise. Schließlich sind sie nun schon wochenlang unterwegs. Und sie wissen ja gar nicht, wohin die Reise führt: der Stern steht immer noch am Horizont und Malika hat nicht das Gefühl, dass sie ihm näher kommen. Am Morgen hatte Malika Hakim mit König Melchior  sprechen hören. Die beiden führten ihre Kamele direkt neben Kamil am Ende der Karawane. Sie dachten wohl, Malika schlafe in ihrem Reitsitz mit den weichen Kissen. Aber Malika lauschte gespannt: „Der Stern steht weit im Westen. Sein helles Leuchten und sein langer Schweif sind nicht nur ungewöhnlich. Sie zeigen: der Herr ist da! Das Kind ist geboren!“, erklärte der König aufgeregt. Hakim war noch nicht überzeugt: „Herr, wer sagt euch, dass genau dieser Stern der Stern ist, der die Ankunft des Messias verspricht?“ „Ich sehe es in der Ordnung der Sterne. Und ich sehe es in meinem Herzen“, antwortete der König. Dann ritt sein Kammerdiener an ihn heran und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Hakim und König Melchior zogen die Zügel an und die Kamele trabten an den Lasttieren vorbei an den Kopf der Karawane. Bald war nur noch der aufgewirbelte Staub zu sehen.
Malika rutschte in ihrem Sitz zurecht. Kamil gefiel das nicht und er schüttelte den zotteligen Kopf. „Ein Kind geboren?“, dachte Malika „Und es heißt so komisch: Messias . Was ist das denn für ein Name?“ Kamil ging es ähnlich. Er dachte:  „Wegen der Geburt eines Menschenkindes machen wir so eine lange Reise? Dabei werden doch an jedem Tag Kinder geboren. Das ist doch nichts Besonderes!“. Er schüttelte noch einmal den Kopf, dass die Glöckchen klingelten. „Komisch. Sehr komisch!“
Nun sind sie also nach einem langen Reisetag am Nachtlagerplatz angekommen. Kamil trinkt Wasser aus einem Trog und reibt sich noch einmal an der Zeltstange den Höcker. Die Geschichte vom Wüstenfuchs ist zu Ende. Nun erzählt Ari eine andere Geschichte: „Einmal wird ein Kind geboren werden. Es wird der Retter sein und ein Licht, für alle Menschen die Angst und Sorgen haben“. Malika denkt: „Ein Lichtkind! Das ist eine schöne Idee!“ Sie stellt sich einen kleinen Jungen vor, der sie tröstet, wenn sie Angst hat. Oder Heimweh. Oder wenn sie ungeduldig wird und schon längst gerne am Ziel wäre, so wie jetzt gerade. Da beginnt Samira, die Hofsängerin von König Melchior, ihr Abendlied zu singen. Auch das Lied klingt tröstlich:
„Der Stern leuchtet klar, in dunkler Nacht, schaust du ihn an. Hoffnung weckt er, in deinem Herz, leuchtet hell und warm!“
Malika ist so müde. Sie kuschelt sich so in Marjams Arm, dass sie unter Marjams Ellenbogen hindurch zum Horizont schauen kann: „Bald sind wir bei dir!“, flüstert sie dem Stern zu, der den Himmel erleuchtet. „Ganz bestimmt!“

 

Textsammlung

 01_Aufbrechen.pdf
     Filesize: 89.2 kB

 02_Freunde finden.pdf
     Filesize: 93.5 kB

 03_Sehnsucht haben.pdf
     Filesize: 88.7 kB

 04_Zweifeln.pdf 
     Filesize: 94.9 kB

 05_Ankommen_Krippenspiel.pdf
     Filesize: 119.2 kB

 

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