Station 1 | Aufbrechen!


Malika reibt sich den Schlaf aus den Augen. Im Raum ist es noch dunkel, aber durch den Ritz zwischen den Teppichen, die vor der Türöffnung hängen sieht Malika ein Feuer im Hof. Sie hört die Stimmen der Männer, die lachen und erzählen während sie die Kamele  am Brunnen mit Wasser versorgen. Die Glöckchen an den Zugleinen der Kamele klingeln leise. 

Zum ersten Mal darf Malika heute mit der Karawane reisen. Ihr Vater ist königlicher Weihrauchhändler und der Karwan-Barschi: er führt die Karawane  an.
Malika schüttelt sich die Haare aus dem Gesicht und geht hinaus auf den Hof. Sie ist aufgeregt: was werden sie wohl erleben auf ihrer Reise?
Im Innenhof  stehen die Kamele bereit. Sie merken wohl auch, dass es bald losgehen wird. Aufgeregt stampfen sie, scharren und schnauben laut. Malika schleicht sich über den halbdunklen Hof hin zu Kamil. Eine Öllampe auf dem Brunnenrand wirft unruhige Schatten an die raue Hofwand. Kamils Schatten sieht riesengroß aus, dabei ist Kamil auch ein Kind. Ein Kamelkind. Er ist vier Jahre alt- halb so alt wie Malika. Und er ist noch genauso verträumt wie sie: er liegt im staubigen Hof, blinzelt verschlafen und versucht, die Kameldecke auf seinen Höckern abzuschütteln. Seine Glöckchen scheppern dabei ungeduldig.
Malika redet ihm gut zu: „Gleich geht es los. Einen Moment musst du dich noch gedulden. Schau mal, das Gepäck ist noch nicht aufgeladen.“ Sie schiebt ihre Hand unter die Kameldecke und streichelt Kamils Bauch: „Ich will auf dir reiten, Kamil. Wir sind doch Freunde. Aber Papa sagt, ich muss bei ihm sitzen. Eine Reise mit der Karawane kann nämlich ganz schön gefährlich sein, weißt du. Es gibt Räuber und Wegelagerer auf dem Weg. Und die römischen Soldaten. Gefährliche Schlangen auch. Und außerdem ist es eine sehr weite Strecke. Hoffentlich finden wir den richtigen Weg. Und vielleicht kann ich Papa noch überreden!“ Sie legt ihren Kopf an Kamils struppiges Fell: „Gut, dass du mitkommst. Es ist gut einen Freund mit zu nehmen auf eine lange Reise“.
Das findet Kamil auch. Schließlich ist er ja auch zum ersten Mal dabei. Bis jetzt hat er immer zugeschaut, wenn seine Mutter, sein Vater und die anderen Trampeltiere sich auf den Weg machten. Er staunt, was sie alles auf ihren Höckern tragen. Ob das nicht unbequem sein wird? Gut, dass Malika mitkommt. Sie ist seine Freundin. „Ich passe einfach gut auf Malika auf. Und Malika auf mich“, denkt Kamil.
Ein Schatten huscht über den Hof: im Licht der Öllampe sieht er aus wie ein Riese. Da kommt Daoud, Malikas großer Freund. Er ist einer der Kamelreiter und erzählt Malika an den langen Abenden vor dem Feuer von seinen Reisen mit der Karawane. „Malika, da bist du ja. Komm jetzt, wir begrüßen noch Ari und Marjam und ihre Kamele.“, flüstert Daoud in Malikas Ohr: „Und dann geht es los.“
„Bis gleich!“, flüstert Malika weiter in Kamils Zottelohr. Dann nimmt sie Anlauf und springt Daoud auf den Arm. Überrascht macht der einen großen Schritt zurück und pustet Malika dann die Haare aus dem Gesicht. Er kitzelt sie am Bauch. Malika lacht und kreischt laut. Daoud muss auch lachen. Kamil schüttelt etwas verwundert den Kopf: Die Menschen sind manchmal komisch!
In diesem Moment geht am Himmel ein Stern auf.
Kamil wundert sich: so einen hellen Stern hat er noch nie gesehen. Und das am Morgen- so kurz bevor die Sonne aufgeht. Was das wohl für ein Stern ist?

 

Textsammlung

 01_Aufbrechen.pdf
     Filesize: 89.2 kB

 02_Freunde finden.pdf
     Filesize: 93.5 kB

 03_Sehnsucht haben.pdf
     Filesize: 88.7 kB

 04_Zweifeln.pdf 
     Filesize: 94.9 kB

 05_Ankommen_Krippenspiel.pdf
     Filesize: 119.2 kB

 

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